Studienseminar

Ausbildung zum Gymnasiallehrer

Das Christoph-Probst-Gymnasium ist seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 Seminarschule für die Unterrichtsfächer Deutsch, Englisch, Geschichte und Spanisch, ab dem Schuljahr 2011/12 auch für Französisch. Das bedeutet konkret, dass an unserer Schule künftige Lehrerinnen und Lehrer ihren Vorbereitungsdienst (das Referendariat) absolvieren und nach einer zweijährigen Ausbildung ihr zweites Staatsexamen ablegen, das die Voraussetzung für die Übernahme in den gymnasialen Schuldienst darstellt.

Die Ausbildung zum Gymnasiallehrer umfasst drei Ausbildungsabschnitte.

Am Anfang des ersten Ausbildungsabschnittes werden die Referendarinnen und Referendare etwa fünf Wochen lang mit Hospitationen in Unterrichtsstunden und eigenen Unterrichtsversuchen an die Unterrichtspraxis herangeführt. Dieser praktische Einstieg findet nach sorgfältiger Planung in enger Abstimmung mit den jeweiligen Seminarlehrkräften statt.

Nach dieser Einstiegsphase übernehmen die Referendarinnen und Referendare Klassen im zusammenhängenden Unterricht, wobei die Gesamtverantwortung (z.Bsp. für die Notengebung) bei der ursprünglichen Lehrkraft der Klasse bleibt, so dass die Referendare nunmehr gewissermaßen doppelt betreut von Betreuungs- und Seminarlehrkraft ihre Unterrichtserfahrungen sammeln.

Die Hauptverantwortung für die Ausbildung liegt bei den Seminarlehrerinnen der einzelnen Fächer. Die Seminarlehrerinnen führen die regelmäßigen Fachsitzungen zur Didaktik und Methodik durch, sie entwickeln mit den Referendaren zum Beispiel Wochenpläne, in denen die Struktur einer jeden Stunde und deren Bezug zum Lehrplan dargelegt wird, sie leiten zur Erarbeitung detaillierter Unterrichtsentwürfe an, die dann in den Klassen unter Anwesenheit des Betreuungs- oder Seminarlehrers umgesetzt werden, sie analysieren gehaltene Stunden in Einzelgesprächen, sie führen anhand von konkreten Prüfungsaufgaben in die Leistungsmessung und Leistungsbewertung ein, sie integrieren darüber hinaus externe Fachreferenten in die Ausbildung, organisieren Exkursionen und pflegen Kontakte zur Universität.

Neben der fachdidaktischen Ausbildung finden in allen Ausbildungsabschnitten regelmäßige Seminarsitzungen zur Pädagogischen Psychologie, zur Pädagogik, zu Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung und zur Schulkunde (Schulrecht, Beamtenrecht) statt. Ergänzend werden für die Studienreferendare Lehrgänge in Sprecherziehung angeboten. Im Verlauf des ersten Ausbildungsabschnittes legen die Referendare ihre erste Prüfungslehrprobe und damit den ersten Bestandteil ihres zweiten Staatsexamens ab.

 Am Ende des ersten Ausbildungsabschnittes, am Christoph-Probst-Gymnasium jeweils zum Halbjahreswechsel, verlassen die Referendare dann für ein Jahr die Seminarschule und erteilen selbständigen Unterricht an einem anderen Gymnasium, der "Zweigschule". Diese Bezeichnung signalisiert bereits, dass die Seminarschule als "Stammschule" weiterhin die Verantwortung für die Ausbildung trägt. Die Referendare kommen in dieser Zeit an insgesamt 20 "Seminartagen" an die Seminarschule und legen ausführliche Berichte über ihre Tätigkeit an der Zweigschule vor. Außerdem fertigen sie in dieser Zeit ihre schriftliche Zulassungsarbeit zu einer didaktischen oder pädagogisch-psychologischen Problemstellung an und legen ihre zweite Prüfungslehrprobe ab.

Nach dem Zweigschuljahr kehren die Referendare an die Seminarschule zurück, wo sie ähnlich intensiv betreut wie im ersten Ausbildungsabschnitt, aber aufbauend auf eine nunmehr schon umfassende praktische Versiertheit ein weiteres Halbjahr eigenständigen Unterricht erteilen.

Die dritte Prüfungslehrprobe, die Vorlage der schriftlichen Hausarbeit und eine Reihe von Prüfungen in den oben genannten Seminarfächern schließen die Ausbildung ab.

In der Regel befinden sich gleichzeitig immer zwei Seminare gleichzeitig in der Ausbildung. Gehen die Referendare des im September neu begonnenen Seminars (des "Unterseminars") zum Halbjahreswechsel im Februar an ihre Zweigschulen, kehren die Referendare des "Oberseminars" zu diesem Zeitpunkt von den Zweigschulen zurück, um ihren letzten Ausbildungsabschnitt zu beginnen.